Weltblutspendetag: Einer für alle, alle für einen

Die Bereitschaft zum Blutspenden sinkt. Dabei sind neben Schwerverletzten auch Corona-Patienten teilweise darauf angewiesen. Wie funktioniert das Blutspenden während einer Pandemie?

„Die Leute werden nicht als allererstes Blutspenden im Sinn haben“

„Das Blut wird immer gebraucht“, sagte Nico Feldmann, Leiter des Blutspendedienstes des Deutschen Roten Kreuzes für Sachsen-Anhalt und Thüringen, der Deutschen Presse-Agentur. Momentan wird aber zu wenig davon gespendet: Statt der im Mai üblichen 4500 Spenden im Land seien bis Ende des Monats gerade einmal 3000 Blutspenden zusammengekommen.

Auch die sinkende Infektionsrate bringt keine Verbesserung der Blutspendebereitschaft, fürchtet das Deutsche Rote Kreuz (DRK): „Jetzt kommen die Lockerungen und da werden die Leute vieles nachholen wollen und nicht als allererstes Blutspenden im Sinn haben – und das merken wir auch jetzt schon“, sagte Feldmann. „Die Strecke, mit der wir immer zu kämpfen haben, ist der Sommer – und der steht uns noch bevor.“

Dabei steigt der Bedarf an Blutspenden in den Kliniken, weil gerade viel operiert werde, berichtet der Saarländische Rundfunk. Auch Corona-Patienten und Schwerkranke benötigen Blutspenden. Das Deutsche Rote Kreuz ruft deshalb im Vorfeld des Weltblutspendetages am 14. Juni gesunde Erwachsene ab 18 Jahren dazu auf, Blut zu spenden.

Wie funktioniert das Blutspenden während der Pandemie?

Wer Blut spenden möchte, sollte vorher auf der Website des DRK einen Termin vereinbaren. Damit wollen den Organisatoren Warteschlangen vermeiden. Eine FFP2-Maske ist während des Termins sowohl für Mitarbeiter als auch für Spender Pflicht; wer keine dabei hat, bekommt allerdings vom Roten Kreuz eine Maske gestellt. Außerdem wird gleich am Anfang die Temperatur gemessen. Einen negativen Coronatest brauchen Spendenwillige nicht.

Nach der Prozedur erhalten die Spender ein Lunchpaket, da Speisen und Getränke nicht offen angeboten werden. Den genauen Ablaufplan hat das DRK auf seiner Website aufgelistet.

Wer sollte von einem Termin zum Blutspenden Abstand nehmen?

Laut DRK sollen Personen den Blutspendetermin nicht besuchen, wenn sie

  • innerhalb der letzten vier Wochen mit dem Coronavirus infiziert waren.
  • in den vergangenen zwei Wochen Kontakt mit einer infizierten Person hatten oder unter Quarantäne stehen.
  • innerhalb der letzten vier Wochen grippeähnliche Symptome wie Fieber, Husten oder andere Anzeichen einer Atemwegserkrankung hatten.
  • oder innerhalb der vergangenen zwei Wochen aus einem ausländischen Risikogebiet eingereist sind
  • Darüber hinaus gelten die üblichen Zulassungskriterien für Blutspenden wie etwa ein Mindestkörpergewicht von 50 Kilogramm. Mehr Informationen gibt es hier.

Vertragen sich Corona-Impfung und Blutspenden?

Entgegen falscher Behauptungen und Verschwörungstheorien, gilt dies nicht für Menschen, die eine Impfung gegen das Coronavirus erhalten haben: Für die Impfung gegen Covid-19 gibt es nämlich keine Rückstellfristen.

Wer keine Nebenwirkung spürt und sich fit fühlt, kann gleich am Folgetag spenden, stellt das DRK klar. Nach Angaben des RKI gibt es keinen Hinweis darauf, dass Sars-CoV-2 durch Blut übertragbar ist und eventuell durch unerkannt infizierte Personen auf Patientinnen oder Patienten übertragen wird.

Wie Sie helfen können

Die Versicherungskammer Bayern engagiert sich für Blutspenden und organisierte in den vergangenen Jahren regelmäßig Blutspendetage für die Mitarbeiter – für den guten Zweck und für die Gesundheit, wie das Unternehmen mitteilt.

„Sobald wieder ein Blutspendetag möglich ist, freue ich mich meinen Teil als Spender beizutragen“, sagt Laura Abeska, Vertriebsmanagerin Versicherungskammer Maklermanagement.

Spenden auch Sie Blut – das Deutsche Rote Kreuz ist auf regelmäßiges Engagement angewiesen, da Blutpräparate nur 42 Tage haltbar sind. Termine können Sie auf der Website des Deutschen Roten Kreuzes vereinbaren.

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