Umfrage: Viele Deutsche sind beim Thema Pflege blauäugig

umfrage_pflege_blauaeugigkeit

Allen Diskussionen über zu wenig Pflegekräfte und zu teure Pflegeleistungen zum Trotz, sind viele Deutsche gerade bei diesem heiklen Thema mehr als blauäugig. Wie eine Umfrage der Postbank ergab, ist mehr als 40 Prozent der Befragten nicht klar, dass sie bei der Pflege nicht vollständig über die gesetzliche Pflegeversicherung abgesichert sind.

Immerhin weiß mehr als die Hälfte der Befragten, dass die Leistungen der gesetzlichen Pflegekasse alleine nicht ausreichen. Blickt man jedoch genauer auf die Zahlen der Umfrage, offenbart sich auch unter scheinbar Informierten eine eklatante Wissenslücke. So gehen 41 Prozent der Befragten davon aus, dass sie weniger als 1.000 Euro monatlich für einen vollstationären Pflegeplatz hinzuzahlen müssen. Wie hoch der zu leistende Betrag im Bundesdurchschnitt derzeit liegt, zeigen Berechnungen des PKV-Verbands.

Große Kluft zwischen Pflegekosten und Pflegeheimkosten

Die vom PKV-Verband kommunizierten Zahlen sind eindeutig: Pflegebedürftige, die stationär versorgt werden, bekommen von der sozialen Pflegeversicherung je nach Pflegegrad bis zu 2.005 Euro im Monat. Aber nur für die Pflegekosten. Jedes Pflegeheim erhebt dazu einen Eigenanteil, der im bundesweiten Schnitt bei 618 Euro monatlich liegt.

Zusätzlich zu den eigentlichen Pflegekosten kommen die Kosten für die Unterkunft und Verpflegung. Im Schnitt müssen Pflegebedürftige laut PKV-Verband jeden Monat mehr als 1.800 Euro selbst bezahlen. Die Spanne reicht dabei von 1.200 Euro in Sachsen bis zu 2.300 Euro in Nordrhein-Westfalen.

Immerhin geben 59 Prozent der Befragten an, dass sie zusätzlich für die Pflege im Alter vorsorgen. 36 Prozent davon schaffen oder erhalten dafür Vermögenswerte, weitere 33 Prozent sparen. Eine private Pflegeversicherung haben 22 Prozent abgeschlossen. Gleichzeitig zeigt die Erhebung, dass jeder Vierte (25 Prozent) nicht vorsorgt, weil er sich mit dem Thema nicht auskennt, jeder Sechste (17 Prozent), weil es zu kompliziert ist.

Aufklärung tut Not – eine Chance für Vermittler

Die durch die jüngste Umfrage gewonnenen Zahlen sind ebenso alarmierend wie eindeutig. Besonders für die Bevölkerungsgruppe ab 50 Jahren wird es höchste Zeit, sich mit einer adäquaten Pflegevorsorge auseinanderzusetzen. Ein klares Signal an alle Makler.

Die passenden Produkte mit den entsprechenden Berechnungstools sind vorhanden, die Argumente sind bekannt: Eine private Pflegeversicherung wie das Pflegetagegeld schließt die Leistungslücke zur gesetzlichen Pflegekasse. Pflegebedürftige und ihre Angehörigen können so eine Pflegeabsicherung im Rahmen ihrer finanziellen Möglichkeiten schaffen.

Welche Beratungsansätze sich beim einstigen Tabuthema Pflege besonders bewährt haben, erfahren Sie hier.

Titelbild: ©koldunova_anna/fotolia.com

Redaktion Maklermanagement Kranken
Hier bloggt die Redaktion von NewFinance.today zu allgemeinen und speziellen Themen rund um Versicherung, Finanzen und Vorsorge und zu Unternehmensthemen der Versicherungskammer Maklermanagement Kranken. Wir wünschen eine spannende und unterhaltende Lektüre!

2 Kommentare

  1. […] Das deutsche Pflegesystem ächzt und stöhnt. Kein Wunder, hat es doch nicht erst seit gestern ein Problem mit der Finanzierung. Eine der Hauptursachen: die demografische Entwicklung in Deutschland. Sie sorgt zukünftig für eine immer höhere Belastung durch stark steigende Beiträge zur Pflegeversicherung. Das zeigen auch aktuelle Studien. […]

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie hier Ihre Nachricht ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein