Teures Deutschland: Immobilienpreise auf Rekordniveau

Lebkuchenhaus mit Dekoration

Welche Metropolen den Mietrahmen sprengen und wo Wohnen noch erschwinglich ist.

Mieten und Häuserkauf sind teurer denn je. Immobilienpreise in Deutschland befinden sich auf Rekordniveau. Aktuellen Auswertungsdaten zufolge, geht Monat für Monat der Hauptanteil des Einkommens der Deutschen für Miete und Nebenkosten drauf. Dabei divergieren die Kosten je nach Region enorm und auch der Anteil der Immobilienkosten am Haushaltsnettoeinkommen unterscheidet sich eklatant.

Immobilienpreise – Großstädte Spitzenreiter

Am teuersten lebt es sich, wenig überraschend, in den Metropolen Deutschlands. Der Wohnraum ist so knapp, dass es inzwischen längst keine Seltenheit mehr ist, sich mit hunderten Mitinteressentinnen und Mitinteressenten auf einer Besichtigung die Beine in den Bauch zu stehen. Studierende kommen in den Universitätsstätten derweil wirklich überall unter, Hauptsache sie finden eine Bleibe. In Großstädten macht die Kaltmiete für Haushalte mit großem Abstand den höchsten Anteil an der Kaufkraft aus.

Die teuersten Metropolen

Spitzenreiter ist nicht München mit 27, sondern noch davor Freiburg im Breisgau mit unglaublichen 30 Prozent. Damit steht die Stadt im Trend süddeutscher Städte wie auch Regensburg oder Würzburg. Aber ebenso Frankfurt am Main und Hamburg verlangen enorme Teile des Einkommens für Wohnkosten. Gemein haben die Städte vor allem eine immense Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt, attraktive Stadtviertel für zahlungskräftige Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, eine gute relative Lebensqualität, stetig steigende oder zumindest konstant hohe Immobilienpreise und sehr schnelle Vermittlungszeiten. Ein weiterer Faktor, der Mietpreise kräftig in die Höhe schraubt, ist der ungebrochene Anstieg Zugezogener, wie man besonders an der Hauptstadt erkennen kann. Noch immer wollen mehr und mehr Menschen nach Berlin, sodass das Preisniveau der Stadt inzwischen massiv angestiegen ist. Mit 20 Prozent je netto Haushaltseinkommen für Immobilien steht Berlin damit in Deutschland auf einem stolzen Platz zehn der teuersten Städte – und das bei vergleichsweise geringen Einkommen.

Leistbarer Osten und Westen

Deutlich sparsamer lebt es sich im Osten und Westen des Landes. Die günstigsten Mieten zahlen Menschen in Sachsen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. Ob Salzgitter, Zwickau oder Remscheid, die Immobilienkosten liegen oftmals bei der Hälfte oder gar einem Drittel dessen, was (Wahl)Süddeutsche hinblättern. Hauptgrund für die niedrigen Kaltmieten sehen Fachleute allem voran in einer schwachen Wirtschaftsdynamik und dem demographischen Wandel.

Preisboom in Autostädten

Dass die Wohnkosten tatsächlich eng mit der Wirtschaftskraft der Städte verbunden sind, zeigt der auffällige Anstieg des Wohnkostenanteils von 2011 zu 2014, der sich besonders in den Autostädten verzeichnen lässt. München wurde mit indes durchschnittlich knapp 13 Euro pro Quadratmeter Mietfläche noch einmal vier Prozent teurer, Wolfsburg dreieinhalb Prozent und ebenso Landshut mit knapp drei Prozent. Ähnlich verhält es sich mit Ingolstadt und Stuttgart.

Erschwinglichkeitsindex

Erst im November veröffentlichte Immobilienscout24 erneut die aktuellen Ergebnisse ihres Erschwinglichkeitsindex (EIMX). Der Index verglich mehr als 400 Städte und Kreise miteinander und zeigt Interessierten detailliert an, wo in der Bundesrepublik die Bürgerinnen und Bürger wie viel für Immobilen zahlen und wie sich das Preisniveau im Rahmen der letzten Jahre veränderte.

Bild: Claudia Paulussen

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