Tag der Pflegekräfte: Die hilflosen Helfer

Der Tag der Pflegekräfte wird am 12. Mai, den Geburtstag der britischen Krankenpflegerin Florence Nightingale begangen.

Für Pflegekräfte gibt es während der Corona-Pandemie viel Lob – doch wie geht es mit dem Berufsstand weiter? Passend dazu lautet das Motto des diesjährigen Tages der Pflegekräfte: „Für eine Gesundheitsversorgung mit Zukunft“. Denn das Thema hat eine so hohe Relevanz, dass sogar der private Fernsehsender Pro7 Ende März zur Primetime eine siebenstündige Schicht einer Krankenschwester ohne Werbeunterbrechung gesendet hat.

Florence Nightingale – die Pionierin der modernen Krankenpflege

Der internationale Tag der Pflege soll die Belange der Pflegekräfte wieder ins Bewusstsein rücken. Er wird jährlich am 12. Mai, den Geburtstag der britischen Krankenpflegerin Florence Nightingale begangen. Die Pionierin der modernen Krankenpflege rettete während des Krimkrieges im 19. Jahrhundert verwundete britische Soldaten, die vorher unter den katastrophalen Bedingungen im Sanitätswesen litten und daran starben.

Nightingale pflegte mit ihrem Team 4.000 Männer und versorgte innerhalb von drei Monaten etwa 10.000 Soldaten mit Kleidung und Gebrauchsgütern. Aus diesen Erfahrungen ermittelte die Krankenpflegerin ihre pflegerischen Grundsätze und gründete 1860 die erste Schwesternschule Englands.

Nach ihren Maßstäben wurden weltweit Lazarette eingerichtet. Nightingale sorgte dafür, dass der Beruf der Krankenpfleger an Bedeutung gewann. Im Jahr 1867 rief der Weltbund der Krankenschwestern und Krankenpfleger Nightingales Geburtstag als offiziellen “Tag der Krankenpflege” aus.

96 Prozent der Pflegekräfte fühlen sich im Stich gelassen

Bei den Deutschen ist die große Bedeutung des Berufs für die Gesellschaft angekommen: In einer vom Bundesgesundheitsministerium in Auftrag gegebenen repräsentativen Umfrage hielten 95 Prozent den Pflegeberuf für einen fachlich anspruchsvollen Beruf mit Zukunft. 98 Prozent sind der Meinung, dass Pflegende mehr Anerkennung für ihre Arbeit erhalten sollten.

Die ist auch bitter nötig: Die Deutsche Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN) hat Anfang April eine Online-Umfrage veröffentlicht, an der medizinisches Personal auf Intensivstationen, in Notaufnahmen und im Rettungsdienst teilgenommen hat. Die Ergebnisse sind alarmierend: 97 Prozent der Pflegekräfte gab an, dass sich der Personalmangel durch die Corona-Pandemie noch verstärkt habe.

Mehr als 30 Prozent überlegen sich, den Beruf in den kommenden 12 Monaten zu wechseln. Fast 96 Prozent des befragten Pflegepersonals und der Sanitäter erklärte laut DGIIN außerdem, sich von der Politik im Stich gelassen zu fühlen. Fast alle wünschen sich deshalb eine “nachhaltige Krankenhausreform”, um den Fachkräftemangel zu lösen.

„Ich bin mehrmals pro Schicht komplett durchgeschwitzt“

Die Corona-Pandemie bringt die Pfleger an ihre Belastungsgrenze: „Ich bin mehrmals pro Schicht komplett durchgeschwitzt“, sagt Umut Kayserili, Krankenpfleger auf der Intensivstation der Kölner Uniklinik, dem WDR. Er muss viele Covid-Patienten mehrmals von Bauch- in Rückenlage und später wieder zurückdrehen.

Dabei kann es passieren, dass Kayserili zwei bis drei Patienten versorgen muss, statt normalerweise einen: „Ich fühle mich dann einfach allein gelassen. Man wird zum hilflosen Helfer.” Auch psychisch ist die Arbeit hart: Etwa die Hälfte der Patienten auf der Intensivstation wird sterben. Er verstehe deshalb, wenn Kollegen das Handtuch werfen würden.

Neue Wege in der Pflege

Auch in Altenheimen und anderen Krankenhausstationen sind Pfleger überlastet. Eine Reform zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte und damit der Qualität der Pflege ist deshalb überfällig und unabdingbar. Neue und innovative Wege in der Pflege zeigt dabei jetzt schon die Union Krankenversicherung, die dafür jedes Jahr den Pflegeinnovationspreis auslobt. Damit sollen vorbildhafte Projekte der Pflege bundesweit sichtbar gemacht und so zur Nachahmung empfohlen werden.

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Titelbild: ©Tony Baggett/stock.adobe.com

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