No Honey, Honey: So wirkt sich Zucker(-verzicht) auf den Körper aus

Zucker in Lebensmittel
Zucker in Lebensmittel

Saccharose, Glucose, Fructose, Lactose oder in Form von Stärke: Zucker. Er tritt in vielfältigen Formen auf und ist in höherer Dosis krankmachend. Diabetes beispielsweise ist eine Folge davon. Obwohl bewusste Ernährung im Trend liegt wie nie, ist die Zuckerkrankheit nach wie vor weit verbreitet. Wie passt das zusammen? Und wie wirkt sich langfristiger Zuckerverzicht auf den Körper aus? Wir werfen einen Blick auf das Phänomen.

Versteckte Zuckerquellen in den Lebensmitteln

Dass manche Lebensmittel viel Zucker enthalten und damit ungesund sind, ist hinlänglich bekannt. Trotzdem enthalten viele vermeintlich gesunde Lebensmittel versteckten Zucker. In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Verbrauch bei etwa 35 Kilogramm im Jahr. Zu viel. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt nicht mehr als zehn Kilo im Jahr. Pro Tag sind das 25 Gramm. Mehr Informationen über Zuckermythen ist der Liste von foodwatch zu entnehmen.

Eine “Falle” ist die kohlenhydratreiche Ernährung, die den Menschen mit Zucker überversorgt. Der Körper und besonders das Gehirn benötigen zwar Zucker als Energiequelle. Allerdings nicht in den hohen Mengen, die eine westliche Ernährung beinhaltet. Neben Kohlenhydraten ist auch die in Smoothies enthaltene Fructose nicht so gesund, wie es den Eindruck vermitteln mag. Der eigentlich gesunde Fruchtcocktail für zwischendrin, als Ersatz für die tägliche Ration Apfel oder Banane, enthält genauso viel Zucker wie eine Flasche Cola: nämlich bis zu 13 Gramm Zucker pro 100 ml. Wer also eine 0,5 Liter Flasche leert, nimmt 65g Zucker zu sich. Die empfohlene Dosis der WHO ist somit schon überschritten.

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Smoothie vs. Cola: Was ist gesünder?

Smoothies enthalten keinen Haushaltszucker, sondern natürliche Fructose. Allerdings besteht auch Fructose zu einem Teil aus Glucose. Hinzu kommt, dass der Fruchtzucker im Stoffwechsel zu Glucose umgewandelt wird. Im Endeffekt nimmt man durch Früchte also auch einfach nur Zucker zu sich.

Trotz hoher Zuckermenge sind Fruchtsmoothies gesünder als Cola. Sie enthalten nämlich Vitamine und andere Nährstoffe. Dennoch fehlen ihnen aufgrund des hohen Saftgehalts wichtige Ballaststoffe – einen Biss in den Apfel kann ein Smoothie daher nicht ersetzen. Genauso ist die Zuckerdichte im Saft höher als in ungepressten Früchten. Für diejenigen, die lieber ihr Obst püriert oder als Shake zu sich nehmen wollen, haben Experten einen Tipp: Besser selbst pressen und sowohl die Schale als auch Kerne nicht entfernen. So sind zumindest noch wertvolle Ballaststoffe enthalten.

Glucose ist in hoher Dosis krankmachend

Jedoch ist sich die Forschung uneins, wie schädlich ein erhöhter Fructosegenuss für den Menschen ist. Die Auswirkungen von Glucose hingegen sind zweifelsfrei bekannt. Es steigt der Blutzucker an, sodass der Körper daraufhin mehr vom Hormon Insulin ausschüttet, um die Glucose in verschiedenen Zellen weiterzutransportieren. Insulin wiederum spielt eine Rolle bei der Entwicklung von Diabetes Typ II. Fructose wird im Gegensatz zu Glucose weitgehend insulinunabhängig in der Leber verarbeitet.

Wer bereits die Diagnose Diabetes erhalten hat weiß, dass der Alltag mit Erkrankung oft herausfordernd sein kann. Um diesen besser zu managen, kooperiert die Versicherungskammer mit mySugr. Die App liefert wertvolle Informationen und vereint alle wichtigen Daten mobil an einem Ort. So können Nutzer die eigenen Werte bequem übertragen, indem sie diese per Bluetooth von dem Blutzuckermessgerät importieren. In der App können übersichtliche Reports in Form von PDF, Excel oder CSV Reports gespeichert werden. Um die Werte leichter positiv zu halten, bietet die App zudem spielerische Unterstützung zur Motivation. Das Highlight: Die App erkennt Muster. So können Erkrankte daraus lernen und sich im Umgang mit Diabetes verbessern. Der Service ist für alle Krankenvoll- und Zusatzversicherten der Bayerischen Beamtenkrankenkasse und der Union Krankenversicherung im tariflichen Umfang versichert.

Nicht nur in der Fastenzeit: No Sugar please!

Aber nicht nur Diabetes ist eine Folge von erhöhtem Zuckerkonsum. Auch Übergewicht, Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie bestimmte Krebserkrankungen korrelieren mit übermäßigem Zuckerkonsum. Zucker zu reduzieren ist somit ohne Zweifel gesund. Manchen Menschen geht das aber nicht weit genug. Sie verzichten komplett auf jegliche Form von Zucker in ihrer Ernährung – und das nicht nur in der Fastenzeit.

Aber welche Auswirkungen hat Zuckerverzicht auf den Körper? Erfahrungsberichte über den Effekt von plötzlichem Zuckerverzicht gibt es in Blogs viele. Heißhungerattacken, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Konzentrationsprobleme sind nur ein paar Beispiele für viele beschriebene Entzugserscheinungen. Ist diese Phase erst einmal überwunden, ginge es den meisten deutlich besser. Experten des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung beobachten einen ähnlichen Effekt: Wer regelmäßig viel Zucker esse und dann plötzlich verzichte, dem könne es erst einmal schlecht gehen. Der Rückgang der Zuckerzufuhr erzeuge ein stärkeres Hungergefühl, welches sich aber rasch zurückbilde.

Wer über längere Zeit auf Zucker verzichtet, wird einen Effekt bemerken. Der Körper holt sich die Energie aus anderen Kohlenhydrat-Quellen statt aus Zucker. Das wiederum führt zu einer Gewichtsabnahme. In Folge sinken auch die Risiken für oben genannte Beschwerden wie Typ-2-Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Titelbild: © Drobot Dean/stockAdobe.com

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Brigitte Mellert
Ihr Journalismus-Studium und ihre Redakteursausbildung zogen sie vor Jahren aus München weg nach Schwaben. Nun, zurück in der neuen alten Heimat, durchforstet sie als Online-Redakteurin die Finanzwelt nach spannenden Geschichten. Dort fündig geworden, verbringt sie ihre Freizeit am liebsten in der Natur auf dem Rad oder beim Wandern in den Bergen.

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