Mehr Transparenz beim Einkauf: Gesünder leben mit dem Nutri-Score

Deutschland sucht das Super-Food: Gesünder leben mit dem Nutri-Score
Closeup of Smiling Girl holds Bag of Healthy Food. Close up of Beautiful Woman Laying out Fresh Organic Fruits and Vegetables from Bag from Grocery shop in Kitchen. Healthy Food Concept

Die Ernährung bildet eine Grundlage für körperliches Wohlbefinden. Immer mehr Deutsche greifen daher zu gesünderen Lebensmitteln. Der Nutri-Score ist ein neues Werkzeug, das ihnen dabei hilft.

70 Prozent essen täglich Obst

Dem aktuellen BMEL-Ernährungsreport zufolge essen 70 Prozent der Deutschen täglich Obst und Gemüse. 64 Prozent greifen täglich zu Milchprodukten wie Joghurt oder Käse. Weniger als ein Viertel der Deutschen (24 Prozent) isst jeden Tag Süßes oder Knabbereien. Neun von zehn Deutschen legen großen Wert darauf, dass ihr Essen gesund ist. Guter Geschmack ist dabei 98 Prozent wichtig. Der Ernährungsreport deckt weiterhin auf, wie wichtig den Deutschen verschiedenste Informationen auf der Verpackung von Lebensmitteln sind. 83 Prozent achten auf das Zutatenverzeichnis. Vier von fünf Deutschen schauen genau auf das Mindesthaltbarkeitsdatum. Und drei Viertel wollen wissen, ob das Lebensmittel Allergene beinhaltet. Um Kunden ein Instrument zu einem besseren Vergleich von Lebensmitteln zu geben, dürfen Lebensmittelkonzerne nun das Nutri-Score-Siegel verwenden.

Quelle: Statista

Was ist der Nutri-Score?

Beim Nutri-Score handelt es sich um ein System zur Kennzeichnung des Nährwertprofils eines Lebensmittels. Dem Bundesamt für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zufolge nutzt das System eine fünfstufige Skala von A bis E, die auf der Vorderseite einer Produktverpackung zu finden ist. Diese Skala zeigt im Grunde die Nährwertqualität eines Lebensmittels an. Dazu gehören zum Beispiel der Energiegehalt oder ernährungsphysiologisch günstige oder ungünstige Nährstoffe. Beim Nutri-Score werden diese miteinander verrechnet. Auf diese Weise sollen Kunden verschiedene Produkte innerhalb einer Produktgruppe vergleichen können. Das A gilt hier als der beste Wert, das E als der schlechteste. Im direkten Vergleich würde das bedeuten, dass etwa eine mit einem C markierte Pizza, ernährungsphysiologisch betrachtet, die bessere Wahl ist als eine Pizza, die mit D bewertet ist.

Der Nutri-Score soll den informierten Einkauf vereinfachen und die Nährwerttabelle ergänzen.

So funktioniert der Nutri-Score

Wie der Lebensmittelverband berichtet, erfolgt die Bewertung des Nutri-Scores auf 100-Gramm-Basis. Positiv bewertete Nährstoffe, zum Beispiel Eiweiß, Ballaststoffe, Obst und Gemüse, bekommen hierbei Negativpunkte. Bei den als negativ bewerteten Nährstoffen (etwa Energie, gesättigte Fettsäuren, Zucker und Salz) ist es umgekehrt. Je niedriger die Gesamtpunktzahl, desto besser schneidet das Produkt am Ende ab. In Zukunft soll die Nutzung des Nutri-Scores in Deutschland zunehmend an Wichtigkeit gewinnen. „Wahrscheinlich werden in Deutschland mehr Unternehmen als irgendwo sonst in Europa den Nutri-Score einsetzen – auch als Werbeinstrument“, vermutet Christoph Minhoff, Hauptgeschäftsführer des Lebensmittelverbands, in einer Pressemeldung.

Deutsche Unternehmen dürfen den Nutri-Score seit Anfang November rechtssicher nutzen.

Ein europäisches System

Der Nutri-Score hat weiterhin die Chance, zu einem in ganz Europa standardisiert benutzten System zu werden. Laut Verbraucherzentrale benutzen bereits mehrere EU-Länder das aus Frankreich stammende System, darunter die Niederlande oder Spanien. Die Verbraucherzentrale plädiert hier für eine europäisch einheitliche Lösung, da es sonst durch verschiedenste Systeme ohne Vergleichsmöglichkeit zu Verwirrung kommen kann.

Dem Lebensmittelverband zufolge gibt es beim Nutri-Score zuletzt noch Verbesserungsbedarf. In seiner aktuellen Form berücksichtigt er einige für die ausgewogene Ernährung wichtige Lebensmittel nicht ausreichend. Zum Beispiel Pflanzenöle, ungesüßte Früchte- und Kräutertees sowie Vollkornprodukte. „Wenn der Nutri-Score erfolgreich sein soll, dann darf er nicht im Widerspruch zu gängigen Ernährungsempfehlungen stehen“, sagt Christoph Minhoff dazu.

Titelbild: ©VadimGuzhva/stock.adobe.com

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Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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