Let me put my mind to rest: Nachfrage nach Psychotherapie steigt

Psychische Erkrankungen

Während der Corona-Krise wächst der Bedarf an Psychotherapie. Die Herausforderung: Termine und Beratung sind unter aktuellen Umständen beinahe unmöglich zu ergattern. Die Versicherungskammer unterstützt hier mit der Krankenvollversicherung.

Psyche, ein Mysterium

Psyche, ein Mädchen so schön, dass die Göttin Venus ihren Neid nicht verbergen kann. Venus befiehlt daher ihrem Sohn Amor, Psyche mit seinem Pfeil zu treffen. Sie soll sich in einen Taugenichts verlieben. Amor aber verliebt sich selbst in die Schönheit des Mädchens. Er entführte sie in seinen Palast. Die Crux: Amor besucht Psyche nur nachts und befiehlt ihr, ihn nie bei Licht anzusehen. Angestachelt von Neugier bricht sie ihr Versprechen. Aus Wut folgt die Trennung durch Amor. Psyche versucht ihren Liebsten verzweifelt zurückzubekommen. Bettelt bei Venus um Vergebung und wird schließlich im Olymp an der Seite von Amor akzeptiert. Psyche bedeutet aus dem Griechischen übersetzt Seele. Die Geschichte von Amor und der Psyche ist eine Allegorie: das Bild der menschlichen Seele, die schwer leidet, bis zur Verzweiflung. Am Ende wird sie jedoch geheilt.

Im deutschen Sprachgebrauch bezeichnet die Psyche die mentale Gesundheit eines Menschen. Ist diese gestört, sprechen Mediziner von einer psychischen Erkrankung. Ein Sammelbegriff für bemerkenswerte Abweichungen vom Erleben oder Verhalten psychisch (seelisch) gesunder Menschen. Diese wirken sich auf das Denken, Fühlen oder Handeln aus. Äußern kann sich das durch eine Vielzahl an Symptomen. Wobei es hier auf das Gesamtbild ankommt. Für eine eindeutige Diagnose ist deshalb eine umfassende Untersuchung und professionelle Einschätzung durch entsprechende Fachärzte entscheidend. Auslöser können beispielsweise Suchterkrankungen oder traumatische Belastungen sein. Diese äußern sich in Symptomen wie Angststörungen, Anpassungs- und Belastungsstörungen, Zwangsneurosen, Schlafstörungen, Demenz oder sogar Schizophrenie.

Corona geht auf die Psyche

Zahlen der Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde e. V. (dgppn) zufolge leiden in Deutschland rund 27,8 Prozent der erwachsenen Bevölkerung an einer psychischen Erkrankung. Das entspricht etwa 17,8 Millionen Menschen. Die Dunkelziffer ist hier einkalkuliert. Denn nur etwa 18,9 Prozent der Erkrankten nehmen Kontakt zu Leistungsanbietern auf. Die Corona-Pandemie hat die Nachfrage noch erhöht. 40 Prozent mehr Menschen als im Vorjahr ersuchten ärztliche Hilfe. Laut Umfrage der Deutschen Psychotherapeuten Vereinigung kann jedoch nur jedem vierten Patienten aktuell ein zeitnaher Termin vermittelt werden. DPtV- Bundesvorsitzender Gebhard Hentschel nimmt dazu Stellung:

„Das ist Patienten nicht zumutbar, die Praxen unserer Mitglieder werden förmlich überrannt.“

Die vorübergehende Lösung seien dem Ärzteblatt zufolge Videoberatungen. Das zeigen die Abrechnungen der Techniker Krankenkasse. Mit dem Ausbruch der Pandemie ist die Zahl der Videotherapiestunden um das Acht­fache gestiegen. Von 29.000 Therapiestunden im ersten Quartal des vergangenen Jahres zu 228.000 im zweiten Quartal. Eine Dauerlösung sei das laut DPtV allerdings nicht. Der persönliche Kontakt gilt gerade bei der Behandlung psychischer Erkrankungen als beste Methode.

Erste Hilfe für die Seele

Obwohl viele psychische Erkrankungen heutzutage gut behandelbar sind, scheuen viele Patienten noch den Weg zum Arzt. Und sei es der digitale. Die Versicherungskammer bietet Patienten die nötige Unterstützung. Das Selbsthilfeprogramm Novego kommt für alle Kunden mit einer Krankenvoll– oder Beihilfeversicherung in Frage. Gerade in Zeiten schwerer psychischer Belastung – wie einer Pandemie, die viele soziale Ängste mit sich bringt – lohnt sich die Empfehlung an den Kunden. Und auch für Menschen mit Überlastung, also Burn-out, ist das Notfall-Management „Seele“ konzipiert. Nach einem ausführlichen Selbsttest erhalten Kunden bis zu 12 Wochen lang auf deren Befinden abgestimmte Online-Module. Die Module helfen die Krankheit zu verstehen, fördern alternative Sichtweisen und üben Konzentration sowie Entspannung. Die Nutzung ist dabei vollkommen anonym sowie jederzeit und überall nutzbar. Weitere Informationen zum Notfall-Management „Seele“ für Ihre Kunden finden Interessierte auf der Website.

Weitere Artikel zu diesem Thema finden Interessierte unter folgenden Links:

Honig im Kopf: Wenn Alzheimer die Erinnerung raubt

Gesundheit im Homeoffice: Auswirkungen der Isolation

Ich hab´den Blues: Mit Novego raus aus dem Winter-Tief

Titelbild © Dmitrii/stock.adobe.com

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie hier Ihre Nachricht ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein