Maximilian Waizmann: “Der Teufel liegt im Detail”

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Die Zahnzusatzversicherung ist eines der meistgesuchten Versicherungsprodukte auf dem Markt. Mediaworx zufolge suchten 74.000 Kunden im zweiten Quartal 2019 nach einer Zahnzusatzversicherung. Allerdings gibt es für Kunden viel Raum für Missverständnisse. Welche das sind und wie sie aus der Welt geschafft werden können, verrät Maximilian Waizmann, Gründer von Zahnzusatzversicherung-Experten.de, im Interview.

Redaktion: Herr Waizmann, warum haben Sie Ihre Plattform auf Zahnzusatztarife ausgerichtet?

Maximilian Waizmann: Zahnzusatzversicherungen gehören zu den Produkten, nach denen Kunden aktiv fragen. Sie suchen im Netz danach, oftmals nach einem Zahnarztbesuch, wenn sie merken, wie teuer der sein kann. Auf den ersten Blick ist die Zahnzusatzversicherung ein einfaches Produkt, doch der Eindruck täuscht. Es existieren viele Tarife und Detail-Unterschiede. Da haben wir angesetzt: Wir wollen Transparenz schaffen und haben uns darum spezialisiert. Darum betreiben wir unser Portal www.zahnzusatzversicherung-experten.de. Und das nun bereits seit zehn Jahren.

“Das Internet wird in den nächsten Jahren weiter Marktanteile gewinnen.” – Maximilian Waizmann

Redaktion: Was meinen Sie, liegt die Zukunft der Versicherung Ihrer Meinung nach im Netz?

Maximilian Waizmann: Sagen wir: Zumindest zum Teil. Das Internet ist zweifelsohne sowohl für Verbraucher als auch Versicherer und Vermittler sehr wichtig. Wir alle haben uns innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte langsam daran gewöhnt, Informationen im Netz zu besorgen. Dieses Verhalten macht vor Versicherungen nicht Halt. Doch ich glaube nicht daran, dass Kunden ihre Versicherungen irgendwann nur noch online abschließen und wir den herkömmlichen Vertrieb darum nicht mehr brauchen. Wenn wir ehrlich sind, ist das Thema bei den meisten Menschen nicht unbedingt beliebt. Es gibt Produkte, die eher „verkauft“ werden müssen, weil der Kunde sie nicht von alleine abschließt. Das Internet wird in den nächsten Jahren weiter Marktanteile gewinnen, wenn es um Versicherungen geht, aber der Vertreter und Makler vor Ort berät seine Kunden auch in Zukunft.

Redaktion: Was macht aus Ihrer Sicht einen guten Zahnzusatztarif aus? Worauf sollten Kunden hier achten?

Maximilian Waizmann: Der Teufel liegt im Detail. Die Produkte unterscheiden sich in vielen Kleinigkeiten, nicht zuletzt auch in den Aufnahmerichtlinien. Am wichtigsten ist es für Kunden, dass sie eine Zahnzusatzversicherung wählen, die zu ihrem Zahnzustand und ihren Anforderungen passt. Ein absolutes „Premium-Produkt“ nützt nichts, wenn der Kunde aufgrund seines Zahnzustands entweder gar nicht oder nur mit Ausschlüssen abschließen kann. Auch sollte er auf die Qualität der Versicherungsbedingungen achten. Ich erlebe es leider immer wieder, dass Interessenten woanders abschließen, weil sie ein vermeintlich günstigeres Angebot gefunden haben. Oft merken sie zu spät, dass ihre Versicherung viele Ausschlüsse und Einschränkungen hat. Interessenten sollten sich auf jeden Fall mit dem Thema beschäftigen und versuchen zu verstehen, was versichert ist. Das beugt auch Enttäuschungen vor.

“Wer ins Blaue hinein eine Zahnzusatzversicherung beim am lautesten schreienden Anbieter abschließt, den erwartet eine böse Überraschung.” – Maximilian Waizmann

Redaktion: Gibt es bestimmte Fehler, die Kunden in Sachen Zahnzusatz häufig machen? Oder Irrtümer?

Maximilian Waizmann: Stichwort „Enttäuschungen“. Ein beliebtes Thema sind Behandlungen, die der Zahnarzt einem Kunden bereits vor dem Abschluss der Versicherung anrät. Da zahlt der Versicherer nämlich nicht. Viele Interessenten sehen das zu locker, oftmals wissen die Betroffenen gar nicht, wie der Zahnarzt ihren Zahnzustand einschätzt. Und wer dann ins Blaue hinein eine Zahnzusatzversicherung bei dem am lautesten schreienden Anbieter abschließt („wir sind Testsieger, ohne Wartezeit, ohne Gesundheitsprüfung“), den erwartet eine böse Überraschung. Das sieht dann so aus: Der Kunde reicht die ersten Rechnungen ein und der Versicherer überprüft, wie sein Zahnzustand vor dem Vertragsabschluss war.

Redaktion: Haben Sie diesbezüglich Handlungsempfehlungen?

Maximilian Waizmann: Natürlich! Vor dem Abschluss einer Versicherung sollten Interessenten Rücksprache mit dem Zahnarzt halten und abklären, ob es relevante Befunde gibt, die der Zahnarzt einer Versicherung im Falle von Rückfragen mitteilen muss. Zudem sollten sich Interessenten vor Abschluss individuell beraten lassen. Für Laien ohne Praxiserfahrung ist es sonst schwer, all die Besonderheiten herauszufinden, auch wenn er viel im Internet liest.

Redaktion: Herr Waizmann, vielen Dank für Ihre Zeit und die spannenden Einblicke!

Maximilian Waizmann: Sehr gern, war mir eine Freude.

Titelbild: ©Vely/ stock.adobe.com

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