IDD: Umdenken in der Kundenberatung!

Noch ist der Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Versicherungsrichtlinie IDD nicht in Kraft, doch hält er seit Wochen eine ganze Branche in Bewegung. Die Meinungen könnten konträrer nicht sein. Es geht ein Ruck durch die Versicherungsbranche. Egal wie sich das Gesetz letztlich auswirken wird. Für einen neuen Denkanstoß hat IDD bereits gesorgt. Der Service-Gedanke, der Dienst am Kunden, wird für so manchen Vermittler existenziell.

IDD: Insurance Distribution Directive in der Kritik

Verbraucherfreundlicher soll die Arbeit des Vermittlers werden. Bessere Beratungsqualität in der Vermittlung, mehr Transparenz, gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle, die Versicherungen vertreiben. Vergleichsportale oder nebenberufliche Vermittler eingeschlossen. Das EU-Parlament hat eine neue Richtlinie für den Vertrieb von Finanz- und Versicherungsprodukten vorgelegt. Nun ist es Aufgabe der Mitgliedsstaaten, die Richtlinien den nationalen Rechtsvorschriften anzupassen. Der Entwurf des Bundeswirtschaftsministeriums geht derzeit seinen Gang durch die gesetzgeberischen Instanzen. Die Verabschiedung ist für den Sommer anberaumt.

Auf Kritik stößt vor allem die Frage nach der Vergütung der Vermittler. So wird Matthias Beenken, Wirtschaftsjournalist und Professor für Versicherungswirtschaft an der Fachhochschule Dortmund vom Fachmagazin Versicherungswirtschaft-heute zitiert:

„So wie der Referentenentwurf zur IDD-Umsetzung ausgestaltet ist, müssten die Makler zwangsläufig Honorarberater werden, wollten sie nicht auf einen Teil ihrer Kunden verzichten.“

Hintergrund: Dem Entwurf zufolge ist es in Zukunft nur noch dem Honorar-Versicherungsberater gestattet ein Honorar vom Kunden zu verlangen. Alle anderen Vermittler müssen sich vom Versicherer bezahlen lassen. Die im Gesetzesentwurf getrennten Regeln für den Honorar- und Provisionsvertrieb begrüßt hingegen der Bund der Versicherten (BdV). Dennoch fordert er verpflichtende Netto-Tarife bei Lebens- und Krankenpolicen. Denn noch immer stünden Vermittler, so der BdV, in einem Konflikt zwischen den Interessen des Kunden und ihren Einkommenszielen. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) geht noch einen Schritt weiter und ist grundsätzlich gegen eine Provision. Diese führe laut VZBV zu “Fehlanreizen”. Der Vermittler denke eher an sein Geld als an den Kunden.

Neuordnung: Service-Gedanke wird existenziell!

Der bisherige Entwurf ist nach einhelliger Meinung der Branche noch nicht gelungen. Doch ist die Vermittlung im Sinne einer Dienstleistung erstmals in den Fokus der Branche gerückt. Genauer gesagt die Frage, wodurch sich guter Kundenservice auszeichnet. Eine Neuordnung ist bereits in Gang gesetzt. Jeder der freien Versicherungsvermittler muss sich entscheiden, welche Wege er gehen will. Verdienst durch Provision oder die Beschäftigung auf Honorarbasis mit möglicherweise eingeschränkter Produktauswahl und größerem bürokratischen Aufwand.

Vielmehr geht es darum, darüber nachzudenken, wie die eigene Arbeit in Zukunft aussehen soll. Welche Kunden möchten Makler beraten? Und: Sind sie selbst von den Produkten, die sie empfehlen, überzeugt? Finanzberater Percy Grüterich sagt im Versicherungsmagazin Pfefferminzia dazu:

“Die Zukunft für freie Finanzdienstleister und Versicherungsmakler wird spannend und herausfordernd. Kreativität, Liebe zum Beruf, persönliche Überzeugung und persönlicher Einsatz werden die Dinge sein, die Sie zukünftig von Ihrem Mitbewerber unterscheiden.”

Jahrelang gab es, so Grüterich, ein Vergütungssystem und vorgegebene Produkte. Kaum ein Vermittler hat sich je darüber Gedanken gemacht. Mit dem neuen Gesetz wird vor allem seine Eigeninitiative befeuert. In letzter Konsequenz ein Gewinn für den Kunden.

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Titelbild: © goodluz

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