Gesundheit im Homeoffice: Auswirkungen der Isolation

Gesundheit im Homeoffice: Deutschland hat Psyche
Gesundheit im Homeoffice: Deutschland hat Psyche

Der zweite Lockdown hat Deutschland erreicht. Die Corona-Zahlen steigen wieder. Bundesweit gehen Mitarbeiter erneut verstärkt ins Homeoffice, sofern sie es überhaupt seit März verlassen haben. Dabei können jedoch verschiedene körperliche und geistige Risiken auftreten.

Weniger Todesfälle durch Homeoffice

Die Arbeit im Homeoffice war bereits lange vor Corona ein Trendthema. Im Jahr 2017 kam etwa eine Bitkom-Studie zu dem Schluss, dass deutsche Arbeitnehmer sich mehr Flexibilität am Arbeitsplatz wünschen. Mehr als ein Drittel (35 Prozent) der Arbeitnehmer hätte ihrer aktuellen Stelle den Rücken gekehrt, wenn am neuen Arbeitsplatz Homeoffice und mehr Flexibilität zu erwarten wären. Vier aus zehn Unternehmen (43 Prozent) erwarteten, dass der Anteil der Homeoffice-Mitarbeiter in den nächsten Jahren ansteigen würde. Mit der Corona-Krise konnten sie nicht rechnen, doch hat sich diese Vermutung bestätigt. Seit Beginn der Pandemie haben weltweit Mitarbeiter ihre Arbeit ins Homeoffice verlegt, um die Ansteckungsgefahr zu vermindern. Medienberichten zufolge zeigt diese Maßnahme Erfolg: In Regionen, in denen viele Menschen im Homeoffice arbeiten, gibt es weniger Todesfälle durch Covid-19.

Quelle: Statista

Psychische Gesundheit im Homeoffice

Allerdings hält die Arbeit im Homeoffice auch Risiken bereit. Dem Ärzteblatt zufolge steigen vor allem die psychischen Belastungen in der Krise deutlich an. Unter Berufung auf eine forsa-Umfrage im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums und IZA führt das Magazin aus, dass fast 70 Prozent der Deutschen sich emotional belastet fühlen, weil sie sich um die Gesundheit von Angehörigen sorgen. Etwa zehn Prozent der Befragten empfanden die nun fehlende Grenze zwischen Arbeit und Privatleben im Homeoffice als eine weitere Belastung. Die Ärzte Zeitung schlägt ähnliche Töne an. Tele-Arbeiter leiden öfter an Erschöpfung als Firmenarbeiter, zitiert sie den Fehlzeitenreport 2019. Demzufolge haben knapp drei Viertel (73,4 Prozent) der befragten Homeoffice-Arbeiter kurz vor der Umfrage unter Erschöpfung gelitten, 69,8 Prozent empfanden Wut und Verärgerung. Und zwei Drittel (67,5 Prozent) fühlten sich nervös und reizbar. Bei den Arbeitern in der Firma waren diese Zahlen durch die Bank niedriger (66,0 Prozent, 58,6 Prozent und 52,7 Prozent).

43 Prozent rauchen mehr

Die physischen Auswirkungen der großen Homeoffice-Phase sind vielfältig. Das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtet etwa im Journal of Health Monitoring davon, dass 43 Prozent der Raucher während der Einschränkungen des öffentlichen Lebens mehr geraucht haben als zuvor. Healthcare in Europe zufolge halten sich Menschen im Homeoffice verstärkt in geschlossenen Räumen auf, was sich negativ auf die Vitamin-D-Versorgung auswirkt. Gleichzeitig fallen für Homeoffice-Arbeiter einige Bewegungseinheiten weg. Zum Beispiel der Fußweg vom Bus zur Firma. Im Homeoffice sind zudem die ergonomischen Arbeitsplatzbedingungen nicht unbedingt optimal. Das Ärzteblatt berichtet allerdings, dass die Anzahl der Krankmeldungen durch Rückenschmerzen nur geringfügig gestiegen sei (von 16,91 Prozent im Jahr 2019 auf 16,99 Prozent im laufenden Jahr).

Mit Partner durch die Pandemie

Für voll- oder beihilfeversicherte Kunden der Versicherungskammer Bayern und der Union Krankenversicherung gibt es nun das Notfall-Management „Seele“. Mit diesem können sie Depression, Burnout oder Angstzustände besser bekämpfen (wir berichteten). Und der modulare Tarif GesundheitVARIO steht Kunden durchgehend als Gesundheitspartner zur Seite. Dabei erhalten sie mehr als nur die bloße Kostenerstattung – der Tarif beinhaltet außerdem ein extra Gesundheitsbudget zur Gesunderhaltung, umfasst modernste Medizin und Behandlungsmethoden und eine Fortzahlung des Krankentagegelds bei Teilarbeitsunfähigkeit. Weitere Informationen zum Tarif GesundheitVARIO finden Interessierte auf unserem Blog und unserer Website.

Titelbild: © Halfpoint/stock.adobe.com

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Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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