Pünktlich Feierabend machen: Raus aus dem Überstunden-Überfluss

Pünktlich Feierabend machen: Raus aus dem Überstunden-Überfluss
Young man in glasses having overtime paperwork sitting at desktop with computer in office.

Deutsche machen zu viele Überstunden. Diejenigen, die pünktlich Feierabend machen, fühlen sich unwohl. Dafür gibt es mehrere Gründe – von denen Mitarbeiter sich allerdings lösen müssen. Wir verraten, wie das geht.

Die Überstunden der Deutschen

Wie eine Studie der ADP (Automatic Data Processing, Inc.) berichtet, machen etwa 71 Prozent der Deutschen regelmäßig unbezahlte Überstunden. Dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung zufolge macht der deutsche Arbeitnehmer pro Jahr knapp 50 Überstunden, davon 24,1 Stunden unbezahlt und 25,6 Stunden bezahlt. Im Laufe der letzten zehn Jahre ging die Zahl der unbezahlten Überstunden stetig zurück, während die bezahlten Überstunden mehr oder weniger konstant auf einem Niveau verharren. Besonders betroffen ist die Versicherungsbranche – in der Schweiz macht das Kredit- und Versicherungsgewerbe durchschnittlich 1,47 Überstunden pro Woche. Das berichtete das Schweizerische Bundesamt für Statistik.

Quelle: Statista

Warum machen wir Überstunden?

Gleichzeitig ist der fehlende Ausgleich für Überstunden der häufigste Grund für Kündigungen. Einer Umfrage der Karriereberatung Von Rundstedt zufolge gaben zwei Drittel (67,7 Prozent) der Befragten an, aus diesem Grund zu kündigen. Doch was treibt die Deutschen überhaupt dazu, Überstunden zu machen? Timetac listet die folgenden fünf Gründe auf:

  • Zu viel Arbeit
  • Viele Meetings, die auch nicht immer produktiv ausfallen
  • Ablenkung im Büro
  • Zu viele E-Mails
  • Übereifer

Gerade beim übereifrigen Typen kann es schwerfallen, vom gewohnten Verhaltensmuster abzukommen. Vielleicht sucht er nach Anerkennung, vielleicht nach einem weiteren Schritt auf der Karriereleiter – oder vielleicht fühlt er sich unwohl, wenn er pünktlich geht.

Wie kann man pünktlich Feierabend machen?

Damit ist er nicht allein, denn mit diesem Problem kämpfen viele Deutsche. Dem Arbeits-ABC zufolge herrscht in vielen Unternehmen eine Kultur, die besonders diejenigen honoriert, die am längsten bleiben. Dabei fällt die Frage, ob die Mitarbeiter nicht gerade dann produktiver sind, wenn sie nach einem pünktlichen Feierabend zu Hause neue Energie tanken können, unter den Tisch. Dementsprechend sei es auch eine Aufgabe der Führungskräfte, sich aktiv um den pünktlichen Feierabend zu kümmern. Motivierte Mitarbeiter mit viel Energie liegen immerhin auch in ihrem Interesse. Mitarbeiter, die mit ihren Aufgaben für den Tag fertig sind, sollten Schluss machen, rät das Arbeits-ABC.

Kommunikation ist King

Doch wie kann ein Unternehmen einen Wechsel dieser „Überstunden-Kultur“ erreichen? Hier muss einer den Anfang machen. Mitarbeiter sollten untereinander kommunizieren und darüber sprechen, ob schräg geschaut oder Kommentare losgelassen werden, wenn jemand pünktlich geht. Vielleicht leiden ja alle unter demselben Irrtum – eine Aufklärung unter den Kollegen ist der erste Schritt für eine gesündere Arbeitskultur. Abschließend ist es jedoch auch wichtig zu beachten, dass Menschen sehr unterschiedliche Arbeitsweisen haben. Die einen arbeiten besser am Stück und bauen hinter längeren Blöcken Pausen ein, andere brauchen häufiger Pause. Wer früher gehen kann, hat daher nicht automatisch weniger gearbeitet als andere.

Und wie sind Überstunden im Maklerbüro rechtlich geregelt? Weitere Informationen dazu erhaltet Ihr auf unserem Blog!

Titelbild: ©Alina/stock.adobe.com

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Hat Kunstgeschichte und Literatur studiert. Schreibt gerne. So gerne, dass er sich sowohl in der NewFinance-Redaktion als auch in der Freizeit damit beschäftigt. Und sollte er mal nicht schreiben, interessiert er sich für E-Sport, Wirtschaft und dafür, wer gerade an der Börse abrutscht.

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