Erkältungen im Jahr 2020: Ist Daheimbleiben wehleidig oder rücksichtsvoll?

Erkältung

Ein leichtes Kratzen im Hals, die Stimme etwas angeraut und in Folge Hustensaft zum Frühstück. Nicht ungewöhnlich für einen Morgen in der kalten Jahreszeit. Wer hätte Anfang des Jahres in einer solchen Situation noch daran gedacht, zu Hause zu bleiben? Wohl die wenigsten. Stattdessen zierten tagelang Ingwerknolle, Salbeitee und eine Packung Taschentücher den Büroschreibtisch. Denn: Wer bleibt bei einer Erkältung schon daheim. Durch Corona hat sich die Lage nun allerdings geändert. Zum gesundheitlichen Vorteil?

Doch nur die jährliche Erkältung?

Zu den typischen Erkältungssymptomen zählen Stiftung Gesundheitswissen zufolge Halsschmerzen, Husten, Schnupfen und Heiserkeit. Alles keine besorgniserregenden Symptome. Bis vor etwa einem Jahr. Inzwischen gelten genau diese nämlich auch als Indizien einer möglichen Covid-19-Erkrankung. Entscheidend seien aber vor allem der Verlust des Geruchs- und Geschmacksinns sowie Fieber. Da entsprechende Erkrankungen allerdings auch auf einen grippalen Infekt hinweisen können, hilft letztendlich nur der Test, um Klarheit zu schaffen.

Und was sagen die Zahlen? Laut Umfrage aus dem Jahr 2019 erkrankte tatsächlich etwa die Hälfte aller Befragten zweimal jährlich an einer Erkältung. Elf Prozent waren sogar drei bis viermal innerhalb eines Jahres erkältet. Entsprechende Zahlen äußern sich auch in der finanziellen Statistik der Pharmaindustrie. Im Jahr 2020 lag das Marktvolumen für das Segment Erkältung und Husten bei etwa 1.724 Millionen Euro. Zwar entspricht das aktuell lediglich einem Pro-Kopf-Umsatz von 20,57 Euro, die Prognose verspricht jedoch bis 2025 ein jährliches Umsatzwachstum von 3,1 Prozent auf 2.005 Millionen Euro.

Appell an die Verschnupften

Nun ist es aktuell aber nicht mit einem Hustensaft aus der Apotheke und dem altbewährten Hausmittel getan. Wer Symptome einer Erkältungskrankheit hat, solle laut Bundeskanzlerin Angela Merkel „sofort zu Hause bleiben“. Wer hustet oder Schnupfen hat, ist dazu angehalten, fünf bis sieben Tage in Quarantäne zu bleiben, bis die Symptome abklingen. Über ein telefonisches Arztgespräch oder Telemedizin sei dann zu klären, ob ein Corona-Test nötig ist. Selbstverständlich gilt eine ärztliche Befreiung nicht nur für die Arbeit. Auch Familienbesuche – vor allem bei älteren Menschen – sind während einer Erkrankung zu unterlassen.

Wer nun auf Nummer sicher gehen will, für den empfiehlt sich eine Grippeimpfung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut empfiehlt die Grippeschutzimpfung besonders für Personen, die ein erhöhtes Erkrankungsrisiko haben. Dazu zählen: ältere Menschen ab 60 Jahre, Personen mit Grundkrankheiten wie Herz-Kreislauferkrankungen, chronischen Krankheiten der Atmungsorgane oder Diabetes, aber auch medizinisches Personal und Menschen, die in Einrichtungen mit viel Publikumsverkehr arbeiten. Eine jährliche Impfung kann helfen, die Infektionsgefahr zu verringern. Entsprechend hat die Bundesregierung zusätzlichen Grippeimpfstoff besorgt. Über 26 Millionen Dosen Influenzaimpfstoffe sind für die Saison 2020/21 in Deutschland verfügbar.

Im Vergleich zur vergangenen Saison haben sich die Impfdosen dadurch fast von 14 Millionen verdoppelt. Für Kunden des Tarifs VorsorgePRIVAT der Bayerischen Beamtenkrankenkasse und Union Krankenversicherung besteht die Möglichkeit, sich jährlich Inland- und Reiseschutzimpfungen – bis zu 300 Euro in zwei Kalenderjahren zu unterziehen.

Abwechslung stärkt das Immunsystem

Auch für diejenigen, die sich nicht impfen lassen wollen, besteht die Möglichkeit zur Vorsorge. Vom Hausmittel bis zum Apothekerschrank ist hier einiges geboten, um das Immunsystem zu stärken. Ein entscheidender Punkt: die Ernährung. Der Erkältungsratgeber empfiehlt für eine ausgewogene Ernährung in der Erkältungszeit fünf handvolle Portionen Obst und Gemüse täglich. Besonders das enthaltene Vitamin C stärkt das Immunsystem. Außerdem: Vitamin E. Dieses findet sich beispielsweise in Vollkornprodukten, Nüssen oder pflanzlichen Fetten. Auch regelmäßige Bewegung ist wichtig für einen gesunden Körper. Fitnessstudios haben derzeit geschlossen? Umso besser! Denn Bewegung an der frischen Luft ist ohnehin die beste Aktivität.

Ein weiterer Bonus für das Immunsystem sind Temperaturreize. Sie sorgen für eine höhere Durchblutung und fördern eine bessere Verteilung der Immunzellen im Körper. So kann beispielsweise der besonders sensible Nasen- und Rachenraum Viren besser abwehren. Der Körper ist dadurch weniger anfällig für Erkältungen. Beispiele hierfür sind Wechselduschen, Saunieren oder Fußbäder. Neben all der Aktivität darf aber vor allem eines nicht zu kurz kommen: die Entspannung. Entspannungsübungen und ausreichend Schlaf stärken den Körper. Und zumindest für Entspannung, die in der üblichen Vorweihnachtszeit oft zu kurz kommt, bietet der Corona-Lockdown die nötige Zeit.

Titelbild: © Vasyl/stock.adobe.com

 

Stephanie Gasteiger
Mitglied der NewFinance-Redaktion mit beruflichem Hintergrund in der PR und Wurzeln am Chiemseeufer. Ist ganz nach Friedrich Nietzsche davon überzeugt, dass die Glücklichen neugierig sind. Und ebenso umgekehrt.

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