Diskussionspapier der Bundesbank: Gefährdet ein Zinsanstieg die Lebensversicherer?

Zinsanstieg

Die Lebensversicherer leiden unter den Niedrigzinsen auf dem Kapitalmarkt. Doch auch ein Zinsanstieg könnte die Gesellschaften vor große Probleme stellen.

Zwei Fachautoren der Bundesbank warnen in einem aktuellen Diskussionspapier davor, dass viele Lebensversicherungskunden bei einem Zinsanstieg von mehr als zwei Prozentpunkten von ihren Verträgen auf mutmaßlich rentablere Bankanlagen wechseln und die Lebensversicherer so in die Bredouille geraten könnten. Für besser verzinste Anlagen und höher verzinste Anleihe-Kohorten fehlen den meisten Gesellschaften laut den Autoren die Mittel.

Doch ob diese „Wechselthese“ der beiden Wissenschaftler tatsächlich eintreten wird, wagt der Versicherungsbote zu hinterfragen:

Wobei es (…) fraglich ist, ob Lebensversicherungssparer in Marktbreite wirklich rational handeln und tatsächlich in Massen zu besser verzinsten Bankanlagen wechseln würden! Dagegen sprechen rein logisch Milliarden Euro auf mit quasi null Prozent Zins „verzinsten“ Sparbüchern. So gesehen scheinen Feodoria und Förstemann zwar zins-logisch analysiert, aber das unlogische Finanzverhalten – nicht nur – der Deutschen eher nicht berücksichtigt zu haben.

BaFin-Chef Felix Hufeld halte es aber für unwahrscheinlich, dass Versicherer die versprochene Garantieverzinsung in den nächsten Jahren nicht mehr zahlen können. Je nach Länge und Andauern der Niedrigzinsphase hätten die Versicherer noch ausreichend Puffer.

Titelbild: © tuk69tuk

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