Der Staat muss sparen: Deutschland im demographischen Wandel

sleeping newborn baby on a blanket with a teddy

Die gute Nachricht zuerst: es werden wieder mehr Kinder geboren. Das Statistische Bundesamt hat im Bericht für 2015 veröffentlicht, dass mehr als 700.000 Kinder geboren wurden. Dadurch hat sich gleichzeitig die Zahl der Kinder pro Frau gesteigert. Wurde in den letzten Jahren von einer Überalterung der Bevölkerung gesprochen, scheint dies nun ein Licht am Ende des Tunnels zu sein. Denn mehr Kinder bedeuten gleichzeitig mehr Beschäftigte, die den hohen Standard des deutschen Sozialsystems, das unter anderem Rentenzahlungen, die gesetzliche Krankenkasse und die Pflegeversicherung beinhaltet, aufrechterhalten.

 Scheinbar. Denn in einer Studie der Berkeley Universität und der University of Hawaii wurden demografische Daten aus 23 Ländern ausgewertet. Auch Deutschland beteiligte sich an der Studie. Verantwortlich hier waren die demografischen Forscher des Max-Planck-Institutes in Rostock. Mit überraschendem Ergebnis.

Mehr Kosten und weniger Zahler

Die Aussichten sind nämlich schlechter als erwartet. Und mit ein wenig Überlegung auch logisch. Denn anstatt, dass das Verhältnis zwischen Kosten und Einnahmen bei den staatlichen Leistungen ausgeglichen wird, muss in den nächsten Jahren mit mehr Kosten gerechnet werden.

Deutschland gehört zu den Staaten, die bedingt durch ihr Schul- und Ausbildungssystem eine lange Wartezeit in Kauf nehmen müssen, bis dieses „Mehr“ an Kindern zu Steuerzahlern wird. Bis dahin werden alle sozialen Ausgaben vom normalen Steuerzahler bestritten. Dazu kommt die Finanzierung der Senioren. Aufgrund der geburtenschwachen Jahrgänge bleibt so die Last auf den Schultern einiger weniger verteilt. Der Staat muss sparen.

Bei den Renten ist dieses Thema ausgereizt. Schon jetzt kommen viele Senioren mit ihren Bezügen mehr schlecht als Recht über die Runden. Das Renteneintrittsalter auf 67 anzuheben ist auch keine Lösung, denn viele der noch Arbeitsfähigen finden in diesem Alter keine Arbeit mehr. Mit kleinen Zuwendungen der Regierung wie der Mütterrente und der Rente mit 63 entstehen weitere jährliche Kosten von zehn Milliarden Euro. Die Pflegereform fordert ebenso höhere Ausgaben.

Wo kann also noch gespart werden? An der gesetzlichen Krankenversicherung! Denn die wird in vielen Bereichen durch den Staat subventioniert. Es stellt sich also die Frage, ob es nicht lohnenswerter ist, in eine private Krankenversicherung zu investieren. In anderen Ländern wie zum Beispiel Spanien ist dies bereits normal. Wer sich dort auf die staatlichen medizinischen Leistungen verlässt, erhält eine Minimalversorgung und muss unter Umständen Jahre auf einen Termin beim Spezialisten warten.

Schreckgespenst private Krankenversicherung?

Private Krankenversicherung – lange war dieses Thema negativ behaftet. Und viele der Argumente, warum es besser sei, nicht in eine Private zu investieren, spuken immer noch in den Köpfen herum. Die Realität zeigt jedoch, dass der Unterschied zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung rapide abnimmt. Welche Vorurteile bestehen und wie sieht die Realität aus?

  • Nur wer jung ist und zu den Gutverdienern gehört, kann von einer privaten Krankenversicherung profitieren
    Wer eine der drei Voraussetzungen erfüllt, kann eine private Krankenversicherung abschließen: Jahreseinkommen über 56.250 Euro für Angestellte, die Arbeit als Selbstständiger oder die Arbeit als Freiberufler. Bei den beiden Letztgenannten gibt es keine Jahreseinkommensgrenze. Ein Körnchen Wahrheit steckt jedoch in der Behauptung. Umso jünger der Versicherungsnehmer ist, umso günstiger sind die Beiträge. Denn in jungen Jahren bestehen in der Regel noch keine schwerwiegenden Erkrankungen und es bleibt ausreichend Zeit, Altersrückstellungen zu bilden.
  • Bei der PKV muss jederzeit mit Preissteigerungen gerechnet werden
    Preissteigerungen bei der PKV sind überschaubar und normalerweise bereits bei Vertragsabschluss einplanbar. Dagegen müssen die gesetzliche Krankenversicherung und die Pflegeversicherung in den nächsten Jahren mit weniger Subventionen rechnen. Dieser Verlust wird durch Beitragssteigerungen ausgeglichen. Seit 1970 waren das jährlich durchschnittlich 6,1 Prozent. Indirekt wurde ebenfalls gespart. Bestimmte Leistungen sind nur noch mit hohen Zuzahlungen erhältlich, bei Hilfsmitteln muss minderwertige Qualität in Kauf genommen werden und ein Termin beim Spezialisten kann auch etwas länger dauern. Die Beitragsbemessungsgrenze steigt in diesem Jahr von 49.500 auf 50.850 Euro.
  • Im Alter wird eine private Krankenversicherung zur finanziellen Zerreißprobe
    Wie bereits erwähnt, wer sich zeitig für eine PKV entscheidet, kann sogenannte Altersrückstellungen bilden. Denn der eingesparte Überschuss zwischen Arztkosten und Beitragszahlungen wird angespart und quasi für höhere medizinische Kosten im Alter verwendet. Mit 60 Jahren muss der gesetzliche Zuschlag von 10 Prozent nicht mehr gezahlt werden. Auch das Krankentagegeld erübrigt sich. Die Details können bereits beim Abschluss mit zusätzlichen Sonderbedingungen zur Beitragsentlastung festgeschrieben werden.

Argumente für eine private Krankenversicherung

Freie Facharztwahl, minimalinvasive Behandlungsmethoden, eine bis zu 90%ige Erstattung für Zahnersatz, freie Klinikwahl und Wahlmöglichkeiten bei einem Krankenhausaufenthalt. Dazu kommen spezielle Tarife, Extra-Services und Assistance-Leistungen.

Besonders hervorgetan haben sich hier die UKV – Union Krankenversicherung und die Bayerische Beamtenkrankenkasse, die mit einem umfangreichen Leistungspaket nahezu jeden Anspruch erfüllen.

Zeit für gute Argumente? Alle Details zu den Leistungen lesen Sie hier.

Titelbild: © Ramona Heim

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