Cyberattacken gegen Unternehmen steigen massiv

Paradox: Verantwortliche schauen nervös zu, sichern sich aber nicht ab

Zu einem erfolgreichen Unternehmen gehört unweigerlich eine effiziente Infrastruktur. Eng verbunden mit der Energieversorgung und der Telekommunikation beinhaltet diese gleichermaßen IT-Sicherheit. Ungeachtet der offenkundigen Gefahren schließen aber lediglich sechs Prozent aller Firmen bedarfsgerechte Policen ab.

Schockstarre angesichts der Gefahren

Das bedeutet mit anderen Worten, dass im Durchschnitt 94 Prozent aller Unternehmerinnen und Unternehmer nicht gegen durch Cyberkriminalität verursachte Schäden versichert sind. Diese Zahl ist so erschreckend wie überraschend, da international ein mehrheitlicher Konsens über die Relevanz des Themas herrscht. Niemand streitet die Gefahren ab. Im Gegenteil stufen laut einer Studie der GDV sogar ein Drittel aller Unternehmen die Risiken wie beispielsweise Datenverlust durch einen Hacking-Angriff als sehr hoch ein.

Immenser Zuwachs an kriminellen Handlungen online

Cyber Security Reports aus den USA und Europa sind sich einig: Die größten Gefahrenherde stellen seit einigen Jahren konstant der Missbrauch persönlicher Daten, online Datenbetrug, Computerviren und der EC-Kartenbetrug dar. Die Befürchtung der Fachleute vor dem signifikanten Zuwachs an Cyberkriminalität bewahrheitete sich leider spürbar. Stimmen die Zahlen des 2015 Internet Threat Reports des Symantec Global Intelligence Networks, sahen sich im Jahr 2014 fünf von sechs großen Unternehmen professionell organisierten Hacking-Angriffen ausgesetzt. Diese Zahl markierte einen Anstieg zum Vorjahr um satte 40 Prozent. 60 Prozent aller Angriffe trafen sogar kleine und mittelständische Unternehmen.

Versicherer üben Selbstverteidigung

Angesichts der bedrohlichen Zahlen, ist der Versicherungsbranche zugute zu halten, dass sie in der Abwehr von Cyberangriffen im Schnitt mit am besten aufgestellt ist. Eine wichtige Institution in diesem Kampf um Sekunden ist eine zentrale Meldestelle, die Unternehmen innerhalb kürzester Augenblicke vorwarnt. Auf diese Weise sollen weitere erfolgreiche Attacken vereitelt werden. Der Erfolg und die dringende Logik des Präventivsystems veranlasste unlängst die Bundesregierung zu dem Plan, durch ein IT-Sicherheitsgesetz weiteren, als sicherheitstechnisch kritisch eingestuften Branchen, ähnliche Kommunikationsstrukturen vorzuschreiben.

Damit Privates privat bleibt

Unternehmerinnen und Unternehmer sollten daher unbedingt die Sinnhaftigkeit von Versicherungen auf dem IT-Bereich für ihre Firma oder ihren Betrieb überdenken. Bei dieser Entscheidung können extra dafür konzipierte Analysetools zur Cyber-Sicherheit eine hilfreiche Unterstützung bieten. Gerade bei kleineren Gewerben kann schon der Rückgriff auf kostenpflichtige Virenschutz-Programme einen erhöhten Schutz gegenüber Freeware-Programmen und Standard-Firewalls bieten. Die damit verbundene Kosten-Nutzen-Kalkulation über den potentiellen Abschluss einer Police ist im Jahr 2015 Pflicht und vor allem für diejenigen angebracht, die tagein tagaus mit empfindlichen Daten oder signifikanten Geldsummen hantieren, was wohl auf eine Vielzahl von Unternehmen – ob klein oder groß – zutreffen dürfte.

Weitere Infos:

http://www.t-systems.de/news-media/cyber-security-report-2012-/989518

http://www.gdv.de/2015/03/neuer-quick-check-fuer-die-cybersicherheit-von-mittelstaendlern/

Bild: fotolia / Igor

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