Bloody Facts: Was es mit der Blutgruppe und den Japanern auf sich hat

Blutgruppen

In Bezug auf Malaria-Erkrankungen oder aktuell Corona scheinen Menschen mit der Blutgruppe 0 einen gesundheitlichen Vorteil zu genießen. Die Pest hingegen traf gerade diese Gruppe besonders hart. Welche Mythen gibt es noch zu den jeweiligen Blutgruppen? Und inwieweit ist die Blutgruppe in Japan relevant für die Partnerwahl?

Abstammung vom Affen

Als Blutgruppe bezeichnen Mediziner die Einteilung verschiedener Merkmale des Blutes. In Deutschland wird hierzu die Zuteilung durch A, B, AB oder 0 verwendet, kombiniert mit dem Rhesus System. Präsentiert wurde das Vier-Blutgruppen-System 1901 durch den österreichischen Mediziner Karl Landsteiner. Eingeteilt werden die Blutgruppen nach der Anzahl der Eiweiße auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen. Den sogenannten Antigenen. Ein weiteres, entscheidendes Antigen auf den Blutkörperchen bildet der Rhesusfaktor. Namensgeber ist der gleichnamige Affe, der Forschern als Versuchstier diente. Inzwischen sind global etwa 35 Blutgruppensysteme bekannt. Die meisten allerdings unbedeutend.

Quelle: Blutspendendienst

Ein Mangel an Wissen oder Freiwilligen

Entscheidend bei der Blutspende: Antigene und Antikörper dürfen sich nicht verbinden. In diesem Fall käme es zu einer Verklumpung des Blutes. Ebenfalls unwirksam: Das Trinken von Blut. Diese Erfahrung musste Papst Innozenz VIII im Jahr 1492 machen. Als eine Verjüngungskur trank er laut dem Kurier das Blut von drei zehnjährigen Jungen. In Folge der fehlgeschlagenen „Bluttransfusion“ starben alle vier. Die erste erfolgreiche Bluttransfusion von Mensch zu Mensch erfolgte erst 1818. Der Humanmediziner James Blundell transfusionierte einem geschwächten jungen Mann Blut. Tatsächlich ging es dem Patienten zunächst besser. Allerdings: Da das Blut wahllos von verschiedenen Mitarbeitern des Krankenhauses gespendet wurde, verstarb der Mann nach wenigen Tagen.

Heute spenden laut Statistik 56 Prozent der 18 bis 25-Jährigen jährlich Blut. Die Zahlen sind allerdings rückläufig. Das Problem hierbei: Im Gegensatz zu Blutplasma, dass über zwei Jahre lang konserviert werden kann, sind Blutkonserven lediglich 21 Tage haltbar. Eine geringe Anzahl an Spendern könnte das benötigte Volumen auf Dauer daher nicht bewältigen. Damit der Körper genügend Zeit hat den Verlust auszugleichen, können Frauen maximal vier mal im Jahr Blut spenden. Männer sechs Mal jährlich. Wer interessiert daran ist, eine Spende zu geben, findet mögliche Standorte auf der Website des Blutspendendienstes.

Die seltenste Blutgruppe der Welt

Quasi als Superheld der Blutgruppen gilt Rhesus 0. Nicht zu verwechseln mit der Blutgruppe 0. Weltweit besitzen diese allerdings nur rund 40 Menschen. Die Blutgruppe besitzt keine Antigene. Damit wird sie zum wahren Wundermittel. Denn: Wer die Blutgruppe Rhesus 0 in sich trägt, kann jeder anderen Blutgruppe eine Spende geben. Rhesus 0 wird daher auch „goldenes Blut“ genannt. Die Krux: Träger der Blutgruppe können ausschließlich Transfusionen der selben Blutgruppe erhalten. Ein Problem bei weniger als 50 Trägern weltweit.

Blutgruppe bei der Partnerwahl

Tatsächlich legen die Japaner bei der Partnerwahl großen Wert auf die Blutgruppe des Gegenübers. Mehr noch als auf Aussehen, Bildung, den Kontostand oder gar Liebe. Von der Blutgruppe lässt sich laut der Presse auf die Persönlichkeit schließen. Doch welche Eigenschaften werden einem Menschen damit nachgesagt? Bei der Blutgruppe 0 beispielsweise gelten Menschen als optimistisch, energetisch und freundlich. Ein guter Fang möchte man meinen. Um vor dem Kennenlernen auf Nummer sicher zu gehen, hat Japan sogar einen eigenen Datingmarkt nach Blutgruppe erschlossen. Statt eines Horoskops, das in westlichen Ländern oft als Anhaltspunkt für gewisse Charaktereigenschaften gilt, nutzten die Japaner hierfür Blutgruppen. Sogar Kondome werden passend zur Blutgruppe angeboten. Doch nicht nur in der Liebe vertrauen die Japaner auf die Aussagekraft der Blutgruppe. Auch in Bewerbungsgesprächen ist die Frage danach nicht ungewöhnlich.

Goldwerte Fakten

Noch ein paar skurrile Fakten gefällig? Beispielsweise befindet sich im menschlichen Körper von Geburt an Gold im Blut. Reich wird davon allerdings niemand. Bei einem Erwachsenen Menschen beträgt die Durchschnittsmenge lediglich etwa 0,229 Milligramm. Außerdem: Blut macht etwa acht Prozent unseres Körpergewichts aus. Und wenn mal Not am Mann ist: Kokoswasser hat eine ähnliche Zusammensetzung wie unser Blutplasma. Während des zweiten Weltkriegs war es daher als Blutplasmaersatz beliebt. Blut künstlich herzustellen ist allerdings bis heute nicht gelungen. Eine unerfreuliche Gabe: Träger der Blutgruppe 0, in etwa 41 Prozent der Deutschen, haben eine besondere Anziehungskraft. Und zwar auf Insekten. Angeblich werden sie häufiger von Mücken gestochen als Träger anderer Blutgruppen. Einen Menschen mit „blauem Blut“ sollte das allerdings wenig zu schaffen machen. Der Begriff stammt aus dem Mittelalter und bezieht sich auf die noble Blässe der Adligen. Also Leute, die ohnehin besser mit langer Kleidung nach draußen gehen.

Titelbild: © Vlad/stock.adobe.com

Stephanie Gasteiger
Mitglied der NewFinance-Redaktion mit beruflichem Hintergrund in der PR und Wurzeln am Chiemseeufer. Ist ganz nach Friedrich Nietzsche davon überzeugt, dass die Glücklichen neugierig sind. Und ebenso umgekehrt.

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