Ausgebrannt und abgestellt! Wenn Arbeit krank macht.

Vielleicht ist es nicht verwunderlich, dass gerade ein Finanzmakler den schweren Gang vor Gericht gewagt hat, um seine Berufsunfähigkeitsversicherung in Anspruch nehmen zu können. Nach jahrelanger Arbeit, bis zu 200 Telefonaten am Tag, Dienstreisen, zehnstündigen Arbeitstagen, die auch nicht durch das Wochenende unterbrochen wurden und ständigen Erfolgsdruck war er einfach ausgebrannt. Das führte bis zu Persönlichkeitsänderungen, körperlichen Beschwerden und Depressionen. Die gestellte Diagnose – Burn-out-Syndrom – wurde jedoch von seiner Versicherung nicht anerkannt. Das Oberlandesgericht München gab dem Makler Recht und verurteilte die Versicherung zur vereinbarten BU-Rente. Nachzulesen im Urteil vom 22. März 2006 unter dem Aktenzeichen 25 0 19798/03.

Makler – Freie Zeiteinteilung und keine Freizeit

Gerade die Mitarbeiter von Versicherungs- und Finanzunternehmen sind vom Burn-out besonders betroffen. Die Gefahr erhöht sich noch, wenn der entsprechende Makler sein eigenes Maklerbüro betreibt. Wer im Außendienst arbeitet, muss eine gehörige Portion Enthusiasmus, Einsatzbereitschaft und Selbstbewusstsein mitbringen. Nicht jedem liegt es, auf andere Menschen zuzugehen und durch behutsames Fragen Wünsche und Ängste zu erforschen. Denn nur mit einer Unterschrift unter einen Versicherungsvertrag ist es noch lange nicht geschehen. Wochenlange Kundenakquise, Telefonate und das Beantworten von Fragen und Zweifeln zu jeder Tages- und Nachtzeit gehören dazu, wenn Mann oder Frau ausreichend verdienen möchte. Und nach dem Vertragsabschluss wollen Kunden weiterhin betreut werden. Da bleibt wenig Zeit für Familie, gesundes Essen, Freizeit oder ein ausgewogenes Sozialleben.

Phasen des Burn-out

Ein Burn-out kommt nicht über Nacht. Zudem gibt es in Deutschland immer noch zu wenige Spezialisten, die sich mit den Symptomen auskennen. Die Erkrankung verläuft in vier Phasen. Zuerst scheint alles normal zu verlaufen. Es ist ausreichend Arbeit vorhanden, aber gleichzeitig wird das Tagespensum Stück für Stück erhöht. Hier beginnt der Kreislauf zwischen noch mehr Arbeit und noch mehr Energie- und Arbeitsaufwand. Dass es zu viel ist, wollen sich Betroffene nicht eingestehen. Und aus dem Kreis auszubrechen, ist ebenfalls schwierig. Gesteht man sich letztendlich ein, dass es zu viel ist, erfolgt meist ein kompletter Stopp beziehungsweise eine Stagnation. Gedanken wie ‚Das schaffe ich nie!’ gehören in dieser zweiten Phase zur Routine. Das wiederum führt zur dritten Phase – der Frustration. Mit ihr kommen Gefühle wie Verlustängste, Reizbarkeit, Anspannung, Erschöpfung und körperliche Symptome. Oft geht dies mit übermäßigem Alkoholkonsum, unkontrollierten Einkäufen oder zügellosem Essen einher. In der vierten Phase wendet der Betroffene schließlich mehr Zeit dafür auf, sein Unvermögen zu verbergen und der Arbeit ‚aus dem Weg zu gehen’.

85-prozentige Gefahr des Burn-out

Befragt man Mitarbeiter der Versicherungsbranche, geben 85 Prozent an, dass sie sich durch ihre Arbeit überlastet fühlen. Das war eines der Ergebnisse der Deutschen Versicherungsbörse. Bei der Umfrage wurde ebenfalls geantwortet, dass sich die Mitarbeiter mehr Anerkennung wünschen und sich in vielen Situationen von ihren Vorgesetzten nicht wertgeschätzt fühlen. Dies und der steigende Leistungsdruck könnten auf direktem Wege in die Burn-out-Falle führen.

In Kürze informieren wir Euch, wie Ihr eine Work-Life-Balance in Euer Leben integriert und dabei ausgeglichen seid und auf Eure Gesundheit achtet.

Titelbild: © .shock

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